Amt Neuhaus. Viele unserer Einsatzkräfte arbeiten auswärts, in Schichten oder sind selbstständig mit kleinen Betrieben. Aus diesem Grund wurden bereits vor einigen Jahren aus den einzelnen Ortswehren Feuerwehrzüge zur Sicherstellung der Tagesbereitschaft gebildet. Das Zusammenspiel mehrerer Feuerwehren, mehrerer Fahrzeuge und unterschiedlicher Einsatzschwerpunkte regeln die vier Zugführer der Gemeindefeuerwehr Amt Neuhaus. Damit im Ernstfall auch alles klappt, wurde in der vergangenen Woche den immer weiter steigenden Temperaturen getrotzt und unterschiedliche Szenarien beübt.
Begonnen hat damit der 2. Zug unter dem neu gewählten Zugführer Fabian Mielke, welcher Dirk Stöckmann in seinem Amt abgelöst hat. Bei hohen Temperaturen steigt die Gefahr von Wald- und Flächenbränden, somit versammelten sich die Ortswehren Kaarßen, Zeetze und Stapel mit ihren Löschfahrzeugen am Trabsee (zwischen Stapel und Neuhaus/Elbe) und probierten sich zunächst in der Handhabung der Spezialwerkzeuge für Bodenbrände. Dabei hantierten sie mit verschiedenen Modellen von Löschrucksäcken und gingen auf die Bedienung der Waldbrandhacke, dem „Gorgui-Tool“, ein. Dieses knapp drei Kilo schwere Waldbrandwerkzeug hat an den beiden Enden und auch an den Seiten verschiedene Hacken und Spitzen, um mit unterschiedlichen Verfahren die Flammen zu bekämpfen oder kleine Schneisen zu ziehen.
Die Ehrenamtlichen merkten schnell, dass eine Hacke und ein Rucksack voller Wasser schnell und flexibel einsetzbar, aber körperlich genauso anstrengend in der Handhabung sind.
Wird dann doch mehr Wasser als ein Rucksack voll benötigt, kommt der Faltbehälter, welcher auf dem Löschfahrzeug Stapel verlastet ist, zum Tragen. Dieser kann mit 5.000 Litern Wasser befüllt werden und dient als Puffer, um eine lückenlose Wasserversorgung zur Einsatzstelle sicherzustellen. Dieser Wasservorrat wird vor allem in eher abgelegenen Gebieten, wie zum Beispiel im Wald, genutzt, wenn keine direkte Wasserversorgung zugegen ist. Der Behälter kann aber auch zum Beispiel dafür genutzt werden, andere Flüssigkeiten aufzufangen und zu sammeln. Je nach Einsatzlage ist er somit flexibel einsetzbar.


Auf ein völlig anderes, jedoch ebenso realistisches Einsatzspektrum bereitete Zugführerin Angela Bagunk die Ortswehren Neu Garge/Stiepelse, Sumte und Niendorf vor. Im Mittelpunkt standen die vielfältigen Gefahren an der Einsatzstelle, die die Einsatzleiter erkennen und bewerten müssen. Neu auftretende oder erst im Einsatzverlauf erkannte Gefahren erfordern ein schnelles, strukturiertes und umsichtiges Handeln.
So sind die Feuerwehrleute zunächst auch nur von einem brennenden Schutthaufen, bestehend aus Holz und Resten von Schilfbedachung, ausgegangen. Dieser allerdings lag nahe einem Gebäude, welches sich im Umbau befand: Gasflaschen, Farbeimer und eine Photovoltaikanlage galt es an dieser Stelle mit in die Einsatzplanung aufzunehmen und bei dem Löschen des Brandes zu beachten.
Weiterhin verlief eine Hochspannungsleitung über das Gelände.
Als wären dies nicht schon genug Gefahren für eine Einsatzstelle, wurde zudem auch noch inszeniert, dass die Wasserversorgung über das Trinkwassernetz zusammenbricht. Alternative Löschwasserquellen mussten aufgetan und hingebaut werden.

Beide Übungen zeigen, wie vielfältig und zum Teil undurchsichtig unsere Einsatzstellen sind. Regelmäßige Übungen, das Kennenlernen der Fahrzeuge und Sonderausrüstungen der Nachbarwehren und natürlich auch das gemütliche Zusammensitzen im Nachgang dürfen dabei nicht fehlen.
Claudia Harms
Gemeindefeuerwehrpressewartin Amt Neuhaus