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Volle Schulbusse nach den Herbstferien: Entlastung durch versetzte Schulzeiten

Rund 170 Busse sind in den Hauptverkehrszeiten für den Schülerverkehr im Landkreis unterwegs. Foto: Landkreis Lüneburg(lk/ho) Spätestens bei Schmuddelwetter bleibt das Fahrrad stehen: Wenn es im Herbst kalt und nass wird, steigen viele Mädchen und Jungen für den Schulweg durch Hansestadt und Landkreis Lüneburg in den Bus. Nach den Herbstferien rechnet der Landkreis zu den Spitzenzeiten morgens und mittags wieder mit sehr vollen Bussen. „Das ist eine Entwicklung, die wir jedes Jahr beobachten“, sagt Freia Srugis, Leiterin des Fachdienstes Schule und Kultur, der den Schulbusverkehr organisiert. „Deshalb setzen wir an vielen Schulen zu bestimmten Zeiten schon Verstärkerfahrzeuge ein.“ Durch die Corona-Pandemie wird die Situation in diesem Jahr aber verstärkt beobachtet: Abstand kann meist nicht eingehalten werden, Maske ist Pflicht – für viele ein Widerspruch auch zum streng geregelten Schulalltag.

Der Landkreis Lüneburg hat daher schon während des Lock-downs im Frühjahr nach neuen Wegen für den Schülerverkehr gesucht. Das Ergebnis: „Die beste Lösung sind versetzte Anfangszeiten innerhalb der Schulzentren“, erklärt Freia Srugis. „Dann können wir die insgesamt 170 vorhandenen Busse mehrfach fahren lassen. Wenn es gut läuft, reduziert sich dadurch die Fahrgastzahl pro Bus um knapp die Hälfte.“ Eine spürbare Erleichterung, die von den Schulen, Eltern und Kindern selbst angestoßen werden kann. „Die Schulen organisieren ihren Betrieb um und beantragen beim Landkreis eine zusätzliche Busanbindung zur gewünschten Zeit“, so Srugis. „Eine kurze Abstimmung vorab ist natürlich hilfreich.“

Drei Schulen im Landkreis ziehen bereits seit einigen Wochen mit – erfolgreich: An der Integrierten Gesamtschule Embsen, der Oberschule am Dorn in Dahlenburg und dem Gymnasium Bleckede hat sich die Lage in den Bussen seit der Neuerung deutlich entspannt. Dort beginnt der Unterricht in einigen Klassen jetzt erst zur 3. Stunde. Nach den Herbstferien ist auch die Oberschule Scharnebeck dabei. „Ich fände es gut, wenn sich weitere Schulen zu diesem Schritt entschließen könnten“, so die Fachdienstleitung. Bereits zwei Mal – im April und zum Ende der Sommerferien – habe der Landkreis den Schulen das Angebot gemacht: „Dazu stehen wir weiterhin.“ Ganz wichtig sei, dass die Eltern ihre Mitarbeit signalisieren und die Schulleitungen unterstützen.

Und wieso kauft der Landkreis nicht einfach Busse oder mietet sie von Unternehmen? „Auch diese Möglichkeit haben wir durchgerechnet“, versichert Freia Srugis. Wenn in jedem Bus nur die Sitzplätze – ohne Abstand – belegt würden, müssten mehr als 300 Busse zusätzlich eingesetzt werden – Kostenpunkt bis Jahresende: 6,2 Millionen Euro zusätzlich. Doch die Wirklichkeit setzt hier noch andere Grenzen: Deutschlandweit suchen Behörden nach Bussen für den Schülerverkehr, aber es gibt viel zu wenige Fahrzeuge und qualifizierte Fahrer. Ein Problem, über das der Landkreis Lüneburg auch mit den Nachbarkreisen gesprochen hat und für das es keine schnelle Lösung gibt.

So muss weiterhin jeder Einzelne seinen Teil zum Infektionsschutz beitragen: Wer den Bus nehmen muss, trägt Maske. „Ein Mund-Nasen-Schutz aus Papier – auch OP-Maske genannt – ist am besten geeignet und dabei relativ preisgünstig“, sagt Dr. Marion Wunderlich, Leiterin des Gesundheitsamts. „Die Variante aus Papier bietet nach aktuellen Erkenntnissen auch einen gewissen Eigenschutz für die Trägerin oder den Träger, weil sie Erreger teilweise abhalten kann.“ Wie wichtig der Schutz ist, müssten die Eltern ihren Kindern klarmachen: „Maske abziehen ist kein Spaß, sondern gefährdet andere Menschen“, so die Ärztin, „das geht einfach nicht.“

Und vielleicht hält in diesem Herbst manche Schülerin und mancher Schüler den Schulweg auf dem Rad auch in der kalten Jahreszeit aus: „Wenn der Weg nicht zu lang oder gefährlich ist, sollten Eltern und Kinder das als ernsthafte Alternative in Betracht ziehen“, sagt Freia Srugis. „Jeder Fahrgast weniger entlastet die Busse.“ Elterntaxen dagegen verschlimmern die Situation an den Schulen nur. Die Fachdienstleiterin weiß aber auch: „Sowohl die versetzten Schulzeiten als auch der Schulweg mit dem Rad fordern die Beteiligten heraus, denn dafür müssen Gewohnheiten aufgegeben werden.“ Ein Einsatz, der sich lohnen kann – und der im Corona-Jahr an vielen Stellen gefragt ist.

 

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