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Tschüss Bauruienen, Willkommen Grünland: Landkreis verwandelt Neuhauser Schandfleck in Naturgrundstück

(lk/mo) Wer noch vor Kurzem durch Neuhaus-Gülze fuhr, dem fiel die unansehnliche Kulisse sofort ins Auge: Direkt an der Bundesstraße 195 ragten alte Gebäuderuinen in die Höhe, jede Menge Müll stapelte sich auf dem Grundstück, im Bauschutt lagerten gefährliche Giftstoffe. Dieser Anblick ist nun jedoch passé: Denn im Rahmen eines außergewöhnlichen Umweltprojektes wertet der Landkreis derzeit das rund 2,5 Hektar große Gelände im Sinne der nachhaltigen Landwirtschaft und des Naturschutzes auf.

Auf dem Weg zu diesem Ziel war und ist Einiges zu tun: Im November vergangenen Jahres mussten zunächst die Reste des ehemaligen Rinderhaltungsbetriebs beseitigt werden. Vier Stallanlagen, eine Scheune und kleinere Nebengebäude befanden sich einst auf dem Gelände. „Die Arbeiten waren vor allem deshalb aufwändig, weil die Gebäude und Teile des Geländes unter anderem erheblich mit Asbest belastet sind“, erklärt Projektleiter Boris Reisgies vom Fachdienst Umwelt. „Das alles hat die zuständige Baufirma fachgerecht abgetragen und entsorgen lassen.“ In etwa drei Wochen beginnt der nächste Schritt: Dann wird der Boden für die Aussaat im Frühjahr vorbereitet, damit die Fläche als Mähwiese, Weide oder Grünland zur Verfügung steht. „Durch diese Nutzung kann sich der Boden erholen“, so Boris Reisgies. „Denn jahrzehntelang wurden in dem ehemaligen Rinderhaltungsbetrieb Fäkalien der Tiere ungeklärt abgeleitet. Der Überschuss an Stickstoff wird nun nach und nach über die Pflanzen aufgenommen und dem Boden entzogen.“ Als mögliche Pächter für einen Teil der Fläche sind kleine bäuerliche Betriebe und auch der Erlebnishof „Max‘ Arche-Park“ aus Neuhaus im Gespräch. Ein weiterer Teil soll als Streuobstwiese angelegt werden.

Mit dem Kauf der Fläche in 2018 hat der Landkreis Lüneburg ein umfangreiches, aber auch besonderes Vorhaben gestartet. Landrat Jens Böther ist von dem Umweltprojekt überzeugt: „Der Landkreis Lüneburg und die Gemeinde Amt Neuhaus entwickeln hier gemeinsam etwas, was es so in Niedersachsen noch nicht gibt“, sagte er gestern (Mittwoch, 17. Februar 2021) bei einem Besuch vor Ort. „Es ist nicht nur ein Projekt für die Natur, sondern vor allem für die Menschen, die hier leben.“ Dazu ergänzte Andreas Gehrke, Bürgermeister der Gemeinde Amt Neuhaus: „Der ehemalige Schandfleck von Gülze ist endlich verschwunden, was das Ortsbild deutlich positiv verändert hat. Für die Bürgerinnen und Bürger ist das enorm wichtig.“

Zum Hintergrund: Die Stallanlagen in Neuhaus-Gülze waren in den 1960er Jahren für die Rinderhaltung errichtet worden. Vor etwa fünf Jahren wurde der Betrieb eingestellt, das Gelände verkam und entwickelte sich zum Schandfleck des Ortes. Vor drei Jahren kaufte der Landkreis Lüneburg das Grundstück und startete damit das Umweltprojekt. Die Gesamtkosten dafür liegen bei etwa 750.000 Euro, rund 80 Prozent der Summe werden über Landes- und EU-Fördermittel abgedeckt.

Stallanlagen Guelze: Stall- und Brandruinen: So sah das Gelände in Neuhaus-Gülze vor wenigen Jahren aus. Foto: Landkreis Lüneburg

Neuhaus-Guelze: (vlnr) Projektleiter Boris Reisgies, Landrat Jens Böther, Gemeinde-Bürgermeister Andreas Gehrke und Detlef Jaskolski von der Abrissfirma Stricker auf dem Gelände in Neuhaus-Gülze. Foto: Landkreis Lüneburg.
 

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