Auf gute Nachbarschaft!
Es liegen zwar nur wenige Meter zwischen der ehemaligen Gaststätte Woytaszek (Ecke Poststraße) und der ehemaligen Gaststätte Wullweber, doch trotzdem lagen beide Wirtschaften bis 1929 in zwei verschieden Orten. Genau hier verlief die Grenze zwischen der Vorburg Neuhaus und dem alten Bauerndorf Carrenzien. Carrenzien bestand mit seinen ursprünglichen Bauernhöfen bereits bevor die Burg der Herzöge errichtet wurde, die Neuhaus seinen Namen gab.
Der wirtschaftliche Aufschwung Ende des 19. Jahrhunderts und die damit verbundene Bautätigkeit hat die Grenze zwischen beiden Orten verwischt, die heutige Lüneburger Straße wurde zur Geschäftsstraße. Nur an wenigen Stellen sind die alten Bauernhöfe und die alte Dorfstruktur heute noch in Carrenzien zu erkennen. Daran, dass hier einmal die Grenze zwischen zwei Orten verlief, erinnert heute nur noch die „Grenzstraße“ (gegenüber Gasthof Wullweber).
1715 kam Christoph Wullweber aus Lenzen an der Elbe nach Neuhaus. Sein Sohn der Bäcker Andreas Wullweber erwarb 1780 den verschuldeten Dorfkrug in Carrenzien für 306 Thaler. Das Amt bescheinigte Andreas Wullweber: „Er ist ein fleißiger, unverdrossener Wirt.“ Seit dieser Zeit betrieb die Familie Wullweber den Dorfkrug in Carrenzien, zeitweise hatte sie auch das Schulzenamt inne.
Der Charakter einer Dorfgaststätte blieb dem Gasthof Wullweber bis ins 20. Jahrhundert erhalten: Hier kehrten die Bauernfamilien aus den Elbdörfern ein, die in Neuhaus Besorgungen machten. Hier wurden die Pferde und Fuhrwerke untergestellt, wenn man zum Beispiel zum Schützenfest nach Neuhaus fuhr.