Evangelische Kirche

Der „schiefe Turm“ von Neuhaus

1614 stiftet Herzogin Maria eine erste Kirche für die Vorburg Neuhaus, eine einfache Fachwerkkapelle. Die Hauptkirche für das Amt Neuhaus war in dieser Zeit die Kirche zu Stapel. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts ist die Kapelle längst zu klein geworden für die wachsende Einwohnerzahl in Neuhaus. Auch wird sie als sehr baufällig beschrieben.

1824 beginnt der Bau der heutigen Marienkirche. Um den notwendigen Platz für den großen Kirchenbau zu gewinnen, wird der Friedhof an seinen heutigen Platz - damals am Rande von Neuhaus - verlegt. Parallel zum Bau der neuen Kirche wird die alte Kapelle abgerissen und das Baumaterial für den Neubau weiterverwendet. Auch ein Teil der alten Grabsteine wird verbaut. So bestand bis vor einigen Jahren die Eingangstreppe der Kirche aus ehemaligen Grabsteinen. Im Rahmen der Sanierung dieser Treppe wurden die Steine geborgen. Links vom Eingang ist heute der Grabstein des ehemaligen „Hospitalvorstehers“ zu sehen.

1826 wird die Kirche geweiht. Freundlich und hell, ganz im Stil des Klassizismus ist das Innere der Kirche gestaltet. Das Altarbild stammt vom Ludwigsluster Hofmaler Rudolph Suhrlandt. Bereits 50 Jahre nach der Weihe wird ein großes Problem dieses Baus augenfällig: Der hohe Turm neigt sich zur Seite. 1886 soll der Turm durch ein Gerüst gestützt und saniert werden, dazu kommt es allerdings nicht. Der Turm neigt sich weiter und ist 1965 ca. 40 cm aus dem Lot. Bei der umfassenden Sanierung der Kirche 1999 wird ein zusätzliches Balkengerüst in den Turm gebaut, um den Turm zu stabilisieren. Mittlerweile ist er wieder in „Schieflage“.