Gaststätte Börse

Deutschlands dienstälteste Wirtin

Im Jahr 2019 kürte sie eine große deutsche Tageszeitung zu „Deutschlands dienstältester Wirtin“: Hildegard Schweinsberg, damals 88 Jahre alt und seit 71 Jahren die Wirtin der „Börse“ in Neuhaus. Aufgewachsen ist Hildegard Schweinsberg in diesem Haus, mit 16 Jahren hat sie die Wirtschaft von ihrem Vater übernommen. 
Seit Generationen ist die „Börse“ im Familienbesitz. Mit über 90 Jahren musste Hildegard Schweinsberg ihr Traditionslokal schließen, es gab keinen Nachfolger für „Oma Börse“ wie sie in Neuhaus und in der ganzen Region liebevoll genannt wird. 

Bereits im 17.Jahrhundert stand an dieser Stelle eine Herberge mit Bäckerei. Mehrere Jahrhunderte lebten hier Bäcker, die immer auch mit dem Recht des „Herbergierens“ (Beherbergung von Durchreisenden) ausgestattet waren. 

Nach einem Brand 1785 wird das heutige Gebäude errichtet. Es handelt sich, wie auf den historischen Fotos zu erkennen ist, um einen Fachwerkbau, der im Laufe der Zeit verklinkert wurde. 1836 erwirbt der Neuhauser Braumeister Johann Heinrich Christian Dührkoop das Haus und ab diesem Zeitpunkt betreibt die Familie das „Hotel zur Börse“.

Da man in früheren Zeiten mit Pferd und Wagen reiste, gehörte zu einem Übernachtungsbetrieb auch Platz für die Pferde. Rechts vom Eingang lassen sich die Stallungen noch gut erkennen. Erhalten wurden sie, weil zu DDR-Zeiten hier eine Deckstation des Landgestüts Redefin gewesen war. Im Amt Neuhaus gab es eine lange Tradition der Pferdezucht mit Hannoveranern, schließlich war hier „altes Hannoveraner Land“.