Hoch auf dem gelben Wagen
1897 errichtet der Kaufmann Franz Riebling das beeindruckende neue Postgebäude. 1893 hatte er das alte Handelshaus in der Parkstraße erworben, auf dessen Gartenland baute er die neue Post.
Zur Post gehörte nicht nur der Transport von Briefen und Päckchen, viel wichtiger war damals der Transport von Reisenden in Postkutschen gewesen.
Bereits 1664 erreichte Herzog Franz Erdmann, dass in Neuhaus eine Station der „Geschwinden Post“ eingerichtet wurde. Die „Geschwinde Post“ war eine Postkutschen-Schnellverbindung von Hamburg nach Berlin. In dieser Zeit fuhren die Postkutschen in der Parkstraße ab (vor dem heutigen Hotel Hannover).
Nach nur 30 Jahren musste dieses Privileg der Schnellverbindung allerdings wieder aufgegeben werden: Die Wege im Amt Neuhaus waren zu sandig. Im 19.Jahrhundert ordnete das Königreich Hannover das Postwesen neu, so bekam auch Neuhaus am 1. Oktober 1838 eine Postspedition: Fahrpost und Botenpost hatten ihren Sitz am Ende der Parkstraße. Postspediteur wurde H. Kupffender.
Reisen mit der Postkutsche waren langwierig, Kupffenders Nachfolger August Kampff gründete deshalb 1890 das Hotel zur Post neben der Postspedition, an das heute nur noch alte Postkarten erinnern. So dauerte eine Fahrt mit der Postkutsche von Neuhaus nach Dahlenburg 2 Stunden 45 Minuten (2,5 Meilen), nach Lübtheen 90 Minuten. Pro Meile zahlte der Reisende 8 Groschen bei der hannoverschen Post.
Kaufmann Riebling hatte die Zeichen der Zeit erkannt: Ende des 19.Jahrhunderts entstanden überall in den Städten moderne Postgebäude, dank ihm auch in Neuhaus.